Glossar

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A

Achtkant

Schliffform für Diamanten mit acht oberen und acht unteren Facetten.

AGTA

Von der „American Gem Trade Association“ wurde ein System von Abkürzungen eingeführt, das die Behandlung von Edelsteinen beschreibt. Dieses oder ähnliche Systeme werden heute von den meisten Edelstein-Labors im Rahmen der Zertifizierung verwendet.

N – Not enhanced: Der Edelstein ist unbehandelt (= höchste Qualifizierung)

H – Heating: Es liegt eine Hitzebehandlung vor.

R – Irradiation: Der Edelstein wurde künstlich bestrahlt.

W – Waxing: Die Oberfläche des Edelsteins ist von einer Wachsschicht überzogen.

D – Dyeing: Der Edelstein wurde einer Farbbehandlung unterzogen.

B – Bleaching: Die Farbe des Edelsteins wurde aufgehellt, v.a. bei Perlen.

I – Impregnation: Imprägnierung des Edelsteins mit farblosem, gehärtetem Kunstharz.

O – Oiling: Öl wurde in die Risse an der Oberfläche des Edelsteins gegossen.

F – Filling: Auffüllen von an die Oberfläche des Edelsteins reichenden Sprüngen durch Kunstharz oder Glas.

L – Laser drilling: Mit Laserstrahlen werden Tunnel in Edelsteine gebohrt, die im Anschluss mit Glas oder Kunstharz aufgefüllt werden; dies dient zur Verbesserung der Reinheit.

U – Diffusion: Starke Erhitzung des Edelsteins gemeinsam mit Zusatzstoffen; diese dringen dabei in die Oberfläche ein und rufen eine Farbveränderung hervor.

C – Coating: Künstliche Beschichtung der Oberfläche zur Farbverbesserung oder zum Erzeugen bestimmter optischer Effekte.

Alexandrit

Varietät des Chrysoberylls, Härte 8,5, benannt nach Zar Alexander II. von Russland, angeblich um 1830 zu seinem Geburtstag. Besonderheit des Steins: Farbwechsel von grün bei Tageslicht zu rot bei Kunstlicht, Vorkommen in Russland, Brasilien und Sri Lanka, große Steine über 10 ct. Gewicht sind sehr selten. Ausschlaggebend für den Preis sind das Gewicht des Steins, die Reinheit und vor allem anderen: der Farbwechsel; dieser wird in Prozent angegeben, 10% sind schwach, 100% Farbwechsel wäre perfekt und ist sehr selten. Synthesen und Nachahmungen des Steines sind häufig zu finden.

Erwartete Wertsteigerung: 3-5% pro Jahr, schwierig festzustellen, sehr enger Markt.

Investmenttipp: Kaufen sie vor allem Steine mit starkem Farbwechsel (ab 70%), auch wenn das bedeutet, dass sie sich nur einen kleineren Stein leisten können (aber nicht unter 1 ct. Gewicht). Steine, die nicht oder nur schwach farbwechseln werden vom Handel nicht als Alexandrit gesehen und sind schwierig wieder zu verkaufen. Vorsicht hier vor allem im Internet.

Altschliff

Diamantschliff aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit 56 Facetten, vergleichbar unserem Brillantschliff, jedoch mit weniger gerundeter Rondiste sowie flacherer Ausführung des Schliffs. Der Stein verliert bei diesem Schliff gegenüber dem modernen Brillantschliff weniger an Gewicht.

Asterismus (Sterneffekt)

Durch Einlagerung von Rutilnadeln in den Stein kommt es nach dem Schliff in Cabochonform zum Auftreten eines Sterns. Im besten Fall ist dieser bei Ruhighalten des Steins in der Mitte zentriert, wogt bei einer Bewegung des Edelsteins über den gesamten Cabochon-Körper und weist ganz scharf gezeichnete Linien auf.

B

Behandlung

Ein menschlicher Eingriff durch chemische oder physikalische Maßnahmen, um die Erscheinung eines Edelsteins zu verbessern. Schließt Erhitzen, Riss füllen, Farb- und Stabilitätsverbesserungen ein.

Beryll

Mineralgruppe, die ein Aluminium-Beryllium-Silikat darstellt und zu der Smaragd (grün), Aquamarin (hellblau bis mittelblau), Heliodor (gelb), Morganit (rosa), roter Beryll (alter Begriff: Bixbit) (rot) und Goshenit (farblos) zählen. Härtegrad 7,5 bis 8.

Bestrahlter Diamant

Durch künstliche Bestrahlung farbveränderter Diamant (gelb, braun, blau, grün, pink, schwarz); Ausgangsmaterial ist getönter Diamant.

Bestrahlung

Ionisierende Strahlung (Röntgen-, Alpha-, Beta-, Gamma- oder Neutronenstrahlung) auf Edelsteine, um eine künstliche Eigenschaftsverbesserung herbeizuführen.

Blutdiamant

Die heute international gültige Definition lautet: „Ein Diamant, der dazu gedient hat, einen kriegerischen Konflikt zu finanzieren.“ Wird heute durch den Kimberley-Prozess ausgeschlossen.

Brechungsindex, auch Lichtbrechung

Verhältnis von Lichtgeschwindigkeit in Luft im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit im Edelstein.

Brillant

Runde Schliffform mit 57 Facetten; Vorsicht: ein Brillant ist nicht automatisch ein Diamant, sondern wird bei diesem nur am häufigsten verwendet! Beim Diamant braucht es unbedingt eine Schliffbeurteilung, wie gut der Brillant geschliffen wurde, hier ist drei Mal „exzellent“ für Schliff, Politur und Symmetrie zu empfehlen. Die größte Facette nennt man „Tafel“, diese ist von oben zu sehen; um diese herum läuft die „Rondiste“; in diese wird heute üblicherweise die Nummer des Zertifikats sehr klein eingraviert, so kann der Stein jederzeit mit seinem Zertifikat verbunden werden. Mit freiem Auge ist diese Gravur nicht zu sehen.

C

Cabochon

Schliffform für eher günstige Edelsteinqualitäten, die sich nicht zum Facetieren eignen, da sie nicht rein genug sind. Auch verwendet für gänzlich undurchsichtige Steine oder durchscheinende Steine. Bestmögliche Schliffform für Steine, die Asterismus aufweisen.

Carat (Abkürzung „ct.“, ins Deutsche übersetzt: „Karat“)

Gewichtseinheit bei Edelsteinen und seit einigen Jahren auch bei Perlen, 1 ct. = 0,2 g oder anders ausgedrückt: 1 g = 5 ct. Vorsichtig: kann verwechselt werden mit „Karat“, Abkürzung „kt.“ als Feingoldangabe bei Gold, dort entspricht reines Gold 24 Karat, das in Deutschland verwendete 8 Karat Gold oder „333“ enthält 33,3% Feingold (in Österreich nicht zum Handel zugelassen), 14 Karat Gold ist dann 585 Gold (58,5% Feingoldgehalt), 18 Karat Gold entspricht 750 Gold (75% Feingoldgehalt)

CIBJO

„Die internationale Vereinigung Schmuck, Silberwaren, Diamanten, Perlen und Steine“ ist eine internationale Juwelenvereinigung die es sich zum Ziel gesetzt hat, die internationalen Deklarationsbedingungen im Juwelenbereich zu vereinheitlichen. Sie bestimmt unter anderem darüber, welche Behandlungsmethoden von Steinen dem Kunden beim Kauf mitgeteilt werden müssen

Cornflower-blue

Diese sehr schöne blaue Farbe kommt beim Saphir vor und wurde jahrhundertelang als die bestmögliche beim blauen Saphir angesehen. Man kann die Farbe als hell und funkelnd bezeichnen. Vor einigen Jahren haben sich die großen Zertifizierungsstellen der Welt darauf geeinigt, dass diese Farbe nicht mehr zertifiziert wird, kommt aber im Handel noch immer vor und wird von kleineren lokalen Zertifizierungsstellen, vor allem in Sri Lanka, weiter verwendet. Die Diskussion der Frage, ob diese Farbe als Qualitätsangabe zulässig ist, wogt noch immer hin und her.

Cubic Zirkonia

Kubisch stabilisiertes Zirkoniumoxid, künstliches Produkt, wichtiges Diamant-Imitat; Vorsicht: nicht zu verwechseln mit „Zirkon“ – letzterer ist ein natürlicher Edelstein!

CVD-Diamant

Künstlicher Diamant, abgeschieden aus dünnen poly- oder monokristallinen Schichten. Das Verfahren dazu erbringt sowohl synthetische Diamanten als auch Diamant-Beschichtungen auf verschiedenen Materialien.

D

De Beers

Konzern, der sich mit der Gewinnung von Rohdiamanten und dem Vertrieb von Rohdiamanten (CSO – „Central Selling Organisation) beschäftigt. Hatte einmal absolut marktbeherrschende Stellung bei Rohdiamanten, heute noch immer großer Einfluss.

Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V.

Diese Vereinigung wurde 1932 in Idar-Oberstein gegründet; Hauptaufgaben sind die Aus- und Weiterbildung im gemmologischen Bereich sowie die Unterstützung der gemmologischen Forschung.

Diamant

Besteht aus reinem Kohlenstoff C, Härte 10. Die Härte liegt allerdings nur in einer Richtung vor, in der anderen Richtung ist der Stein weicher, kann dadurch erst durch andere Diamanten geschliffen werden. Vorsicht: Diamant ist nicht unzerstörbar, auch wenn er das härteste Material in der Natur ist. Er verfügt über perfekte Spaltbarkeit und kann zum Beispiel beim Auftreffen auf einen Granit- oder Zementboden zerspringen.

Diamantglanz

Typischer Glanz hochlichtbrechender Edelsteine aufgrund des hohen Reflexionsvermögens.

Dichroismus

Optischer Effekt, der beschreibt, dass ein Stein aus zwei verschiedenen Richtungen betrachtet, zwei Farben aufweist.

Dichte

Wird angegeben in g/cm3. Edelsteine mit großer Dichte sind bei gleicher Größe zweier Edelsteine schwerer. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass zum Beispiel Rubin (Dichte 3,97 bis 4,05) im Ovalschliff bei gleichem Gewicht kleiner ist als zum Beispiel roter Turmalin (Dichte 2,83 bis 3,32).

Diffussionsbehandlung

Wird verwendet, um die Farbe bei Korunden, also bei Rubin und Saphir, zu verändern. Im Rahmen eines speziellen Brennprozesses können farblose bis blasse Steine durch die Zufuhr farbgebender Substanzen intensiv gefärbt werden. Die Farbgebung entspricht jener, die in der Natur geschehen würde, als Titan und Eisen für die Farbe blauer Saphire, Chrom für die rote Farbe von Rubinen bzw. für das Pink von rosa Saphiren oder das Rosa-Orange beim Padparadscha. Die Eindringtiefe der Farbe ist jedoch gering und der Stein daher nur oberflächennah gefärbt.

E

Edelstein

In der Natur ohne künstliche Beeinflussung entstandenes Mineral oder organische Substanz. Wird gesondert ausgewiesen wegen seiner besonderen Eigenschaften und dem Grad seiner Seltenheit.

Einschluss

Alles, was innerhalb eines Edelstein sichtbar ist, aber nicht Teil des ursprünglichen Steins ist. Einschlüsse können fest, flüssig oder gasförmig sein und sie beinhalten auch Frakturen. Alle diese Einschlüsse zusammen werden „innere Merkmale“ genannt.

Erhitzen, auch „Brennen“

Wird unterschieden in Hoch- (bis zu 1.950 Grad Celsius) und Niedrigtemperaturmethode (rund 400-600 Grad Celsius). Die letztere kommt bei Steinen wie Zitrin oder Tansanit zum Einsatz, um die Farbe zu verbessern bzw. zu verändern.

Die Hochtemperaturmethode wird vor allem bei Rubin und Saphir angewendet; hier geht es einerseits um die Verbesserung der Farbe, aber auch um das „Ausbrennen“ von Einschlüssen. Rutil wird hier zum Beispiel verflüssigt, um die Klarheit des Steins zu verbessern. Die Steine werden bei diesem Vorgang zum Beispiel in Borax eingelegt, um entstehende Brennrisse mit einem glasartigen Material aufzufüllen.

Erhitzen ist heute im Handel üblich: Fast alle im Handel befindlichen Rubine und Saphire sind gebrannt. Werden Risse aufgefüllt, spricht man vom „Filling“. Sie sind daher für ein Investment wenig geeignet. Naturfarbene, unbehandelte Steine sind viel seltener und daher für ein Investment geeignet. Obwohl im Handel akzeptiert, sollte sie ihr Händler oder Juwelier darauf hinweisen, dass ein Stein gebrannt ist.

Der Umstand, dass ein Stein gebrannt ist, wird im Zertifikat immer angeführt, da er absolut wertbestimmend ist. Ein unbehandelter Saphir oder Rubin kann das drei- bis fünffache eines gebrannten Steins kosten.

F

Facetieren

Einen meinst durchsichtigen Edelstein mit Flächen versehen, sodass das Licht optimal reflektiert wird.

Fancy Diamond

Ein anderer Begriff für „Farbdiamant“. Um als „Fancy Diamond“ zu gelten muss der Diamant eine intensive Farbe haben, die nicht weiß oder schwarz ist.

Farbe

Die Farbe eines Edelsteins ist entweder eine Eigenfarbe (zum Beispiel bei Türkis) oder entsteht durch das Licht und die Färbung durch Metalle im Stein (zum Beispiel durch Chrom im Rubin). Es gibt außer beim Diamanten keine genormten Farben. „Taubenblut“ beim Rubin bzw. „Königsblau“ beim Saphir sind Versuche, solche Farbdefinitionen anhand von Referenzsteinen zu schaffen. Eine andere Ausdrucksweise für Farbe: Die Wahrnehmung von sichtbarem Licht durch das Auge und das Gehirn.

Farbgebende Elemente

Ein Element in der atomaren Struktur eines Materials, das für die Farbgebung verantwortlich ist. Beispiele dafür sind Chrom in Rubin oder Eisen und Titan in Saphir.

Farboptimum

Optimale Farbintensität als Bewertungsfaktor bei Farbedelsteinen.

Farbstein

Alle für Investment- oder Schmuckzwecke geeigneten Steine mit Ausnahme des weißen Diamanten.

Farbwechsel

Optisches Phänomen bestimmter Edelsteine bei unterschiedlicher Beleuchtung unterschiedliche Wellenlängen zu absorbieren, also nicht mehr zurückzuwerfen. Beispiele für Edelsteine mit Farbwechsel sind Alexandrit, farbwechselnder Saphir oder farbwechselnder Granat.

Feingehalt

Ausdruck, der verwendet wird um festzuhalten, wie viel „edles“ Metall in einer Legierung enthalten ist, also zum Beispiel bei Gold, Silber oder Platin. Hier gibt es zwei verschiedene Ausdruckweisen, eine alte und eine neuere, wobei noch beide nebeneinander gebräuchlich sind. Zuerst die alte: hier gab man den Feingehalt in „Karat“ an. Vorsicht: dies ist nicht das Karat bei Edelsteinen! Bei Edelsteinen gibt Karat das Gewicht an, mit einem Karat = 0,2 g. Bei Metallen gibt „Karat“ den Gehalt von zum Beispiel Gold an. Reines Gold ist mit 24 Karat gleichzusetzen.

14 Karat: 585 Gold = ein Goldgehalt von 58,5%, der Rest kann Kupfer, Silber oder andere Metalle sein.

18 Karat: 750 Gold = ein Goldgehalt von 75%.

Die neuere und auch in der Literatur heute gültige Darstellungsweise ist die schon oben verwendete: 585 Gold enthält 58,5% Gold, 750 Gold enthält 75% Gold. Das in Deutschland zugelassene 333 Gold (also ein Goldgehalt von 33,3%) darf in Österreich im Schmuckhandel nicht als „Gold“ verkauft werden, da der Goldgehalt unter 50% liegt.

Fenster

Harter Ausdruck, um zu sagen, dass ein Stein zu flach geschliffen wurde, dass das Licht in der Mitte des Steins gerade durch den Stein durchgeht, ohne reflektiert zu werden. Ein Fenster ist im Rahmen der Schliffbewertung stark wertmindernd.

Filling (siehe auch „Erhitzen“)

Auffüllen von Rissen mit Glas, Bleiglas oder anderen Materialien. Muss dem Kunden im Handel unbedingt mitgeteilt werden, im Gegensatz zum reinen Erhitzen. Da rissfüllende Materialien oft schon bei 750 Grad Celsius schmelzen, können sich auch bei der Arbeit eines Goldschmieds schon unschöne Dinge rund um den Stein abspielen. Daher muss der Besitzer wissen, dass sein Stein gefüllt wurde.

Wird im Zertifikat vermerkt und ist sehr stark wertmindernd. Es gibt „gefüllte“ Steine im Handel, die in Wahrheit nur mehr zu 20% aus Rubin (je nach Füllmenge ändert sich der Wert)  bestehen, der Rest sind Füllmaterialien. Vorsicht hier vor allem beim Schmuckkauf in Touristengebieten Asiens oder Afrikas!

Fluoreszenz

Ist bei Edelsteinen die Veränderung der Farbe bei unterschiedlichen Lichtbedingungen, also das Aufleuchten oder Sich-Verändern der Farbe bei unterschiedlichem Licht, oder anders ausgedrückt: die Ausstrahlung von Licht, wenn eine optisch stärkere Energiequelle auf den Stein einwirkt.

Bei weißen Diamanten (Schmuck- und Investmentzwecke) ist Fluoreszenz nicht erwünscht, erscheinen die Steine dann im Tageslicht oft milchig. Auftreten von Fluoreszenz wird bei Diamanten im Zertifikat vermerkt und ist und schon ab „leichter“ Fluoreszenz wertmindernd.

Beim Rubin dagegen ist Fluoreszenz erwünscht. Er wird als „Abendstein“ bezeichnet, weil er bei gelblichem Licht, zum Beispiel jenem von Kerzen, von innen heraus wie zu „glühen“ beginnt; dieser Effekt tritt vor allem bei Rubinen aus Burma auf. Die Fluoreszenz geht beim Rubin so weit, dass der Stein zum Beispiel auch rot zu leuchten beginnt, wenn er mit einem violetten Laser, der gar kein rotes Licht enthält, bestrahlt wird.

G

Geuda

Blaßblaue oder milchigtrübe Saphire aus Sri Lanka, die durch Brennen in bessere, blaue Steine umgewandelt werden können.

GIA (Gemological Institute of America)

Weltweit am höchsten angesehene Zertifizierungsstelle für Diamanten (sowohl weiße, als auch Farbdiamanten), bei einem Diamantkauf unbedingt zu empfehlen, bei jedem Diamanten ab einem Gewicht von 0,33 ct.

GII (Gemological Institute of India)

Alteingesessenes Institut mit Stellen in Indien, liefert gute Ergebnisse, kann aber bei der Geräteausstattung nicht mit den großen Instituten mithalten. Sehr gut geeignet für ein Erstzertifikat oder für günstige Steine, da die Tarife moderat gehalten sind.

Glatte Fassung

Eine Fassungsart, bei der der Edelstein in das Metall eingelassen wird und nur knapp über seine Fassung hinausragt. Man spricht hier auch von „verwischter“ Fassung.

H

Halbedelstein

Eine Bezeichnung, die nicht mehr verwendet wird. Früher: alle Farbsteine mit einer Härte unter 8. Also alle damals bekannten Steine, außer dem Diamanten, der Korund- und der Beryllgruppe. Der Begriff wurde durch das Wort „Farbstein“ abgelöst.

Haltbarkeit

Setzt sich aus drei Bereichen zusammen:

  • Härte: die Fähigkeit, Kratzen zu widerstehen (gemessen anhand der „Mohs-Härteskala“)
  • Sprödigkeit: die Leichtigkeit der Teilbarkeit entlang von gewissen Linien im Stein bzw. das Widerstehen gegen Absplitterung
  • Stabilität: die Fähigkeit, Chemikalien, Licht und Hitze zu widerstehen
Härte

Widerstand, den ein Mineral einem mechanischen Eingriff in die Oberfläche entgegensetzt. Wurde festgelegt von Friedrich Mohs; Härtegrade 1 bis 10; Im Edelsteinhandel haben Steine mit einem Härtegrad von etwa 6,5 (Opal, Granat, Tansanit) bis 10 (Diamant) Bedeutung.

Heilungsriss

Ausgeheilte, das heißt, wieder zugewachsene Risse, meist an Flüssigkeitseinschlüssen erkennbar, die dem ehemaligen Verlauf des Risses folgen.

Heliodor

Gelbgrüner Beryll

Hessonit

Bräunlich-gelber, orangeroter, auch brauner oder gelblicher Grossular-Granat.

Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren (auch „HPHT-Verfahren“)

Herstellungsverfahren für synthetische Diamanten durch Umwandlung von Graphit in Diamant bei Temperaturen von 1.400 Grad Celsius und einem Druck von 50 Kilobar.

I

Imperialjade

Höchste Qualität der Jade, grün durch Chrom gefärbt, Unterart Jadeit, an den Kanten durchscheinend, aus Burma kommend.

Indigolith

Blauer Turmalin

Innere Merkmale

Einschlüsse, aber auch Risse, Zwillings- oder Wachstumslinien innerhalb eines Edelsteins.

Internally Flawless

„Lupenrein“ beim Diamanten, nur bei diesem Stein als Begriff gültig, bedeutet, dass der Fachmann bei 10facher Vergrößerung von vorne (durch die Tafel) betrachtet, im Stein keine Einschlüsse sieht.

Internet

Als Kaufort für Edelsteine möglich, wenn der Verkäufer Angaben zum Stein machen kann. Vorsicht: ein großer Teil aller Bilder mit Steinen ist mit Bildbearbeitungs-Software bearbeitet, um Farbe und/oder Einschlüsse zu verbessern.

Investment in Edelsteine

Komplementäres Investment wie zum Beispiel in Kunst, Wein oder Oldtimer. Im Vordergrund steht nicht der Kauf eines Schmuckstücks, sondern der Investmentcharakter und ein möglicher Wiederverkauf nach Wertsteigerung. Wichtigste Voraussetzungen: Steingewicht ab 1 ct. bei Farbedelsteinen, ab 0,5 ct. Brillant-Schliff beim Diamanten. Wichtig: Vorliegen eines internationalen Zertifikats, Naturfarbe und Unbehandeltheit des Edelsteins. Der Anlagehorizont ist immer langfristig, also länger als fünf Jahre.

J

Jade

Sammelbezeichnung für Jadeit und Nephrit

Juwelen

Bezeichnung für hochwertige geschliffene Edelsteine sowie hochwertigen Schmuck.

K

Kalette

Untere kleine End-Facette des Diamanten beim Brillantschliff, kann auch nicht vorhanden sein, wenn die unteren Facetten eines Brillanten spitz zusammenlaufen.

Kalibrierte Steine

Eine Menge von Edelsteinen, welche die genau gleichen Maße aufweisen. Zum Beispiel:  Alle Edelsteine sind 3 x 5 mm groß und im Ovalschliff geschliffen. Ein solcher Schliff, auf genau gleiche Größe, lässt sich bei günstigen Farbsteinen, wie Zitrin oder grüner Turmalin oder auch bei erhitzten Saphiren kleiner Größe durchführen. Für naturfarbene Saphire oder Rubine ist sie nahezu unmöglich.

Karfunkel oder Karfunkelstein

Alte Bezeichnung für alle roten Edelsteine wie Rubin, Spinell und Granat. War vor allem im Mittelalter gebräuchlich.

Katzenaugeneffekt, auch „Chatoyance“

Sind Rutilnadeln parallel zur Kristallachse eingewachsen und wird der Stein im Cabochon-Schliff verarbeitet, entsteht auf seiner Oberfläche ein hin- und herwogender Effekt, der an ein Katzenauge erinnert.

Kimberley Prozess

Ein Vorgehen in den Diamant-Minen, auf das man sich international geeinigt hat: Gewonnene Rohdiamanten werden verplombt versendet um sicherzustellen, aus welchem Land und aus welcher Mine sie stammen. Es wird für diese Rohdiamanten ein „Blue Certificate“ erstellt, das nichts mit der Reinheit sondern nur mit der Herkunft der Steine zu tun hat. Damit wird auch sichergestellt, dass es sich bei diesen Steinen nicht um „Blutdiamanten“ handelt.

Korund

Edelsteingruppe, die aus Aluminiumoxid besteht und Härtegrad 9 aufweist. Der rote Korund wird „Rubin“ genannt, alle anderen Farben „Saphir“.

Krappenfassung

Eine Fassungsart, bei der ein Edelstein nicht bündig vom Metall umschlossen ist, sondern von drei, vier oder mehr kleinen „Füßchen“ im Schmuckstück gehalten wird.

L

Laserbohrung

Behandlung beim Diamanten, bei welcher größere Einschlüsse mit einem Laser angebohrt werden, anschließend wird der Einschluss mit Säure aufgelöst, die Bohrkanäle können dann mit Harz oder ähnlichen Materialien wieder verschlossen werden; die Behandlung ist dem Kunden vom Verkäufer unbedingt mitzuteilen.

Leben

Eine Frage, die im Edelsteinhandel immer wieder vorkommt ist: „Lebt“ der Stein? Dies bedeutet: Wirkt er lebhaft? Funkelt er? Hinterlässt er einen angenehmen Eindruck, auch bei verschiedenen Lichtverhältnissen?

Leukosaphir

Farbloser Saphir

Licht

Eine Form von elektromagnetischen Wellen, die sich in Teilchen fortbewegen.

Sichtbares Licht: jener Bereich des Lichts, der für das menschliche Auge wahrnehmbar ist und daher für unsere Wahrnehmung von Farbe verantwortlich ist.

Zurückgeworfenes Licht: jener Teil des Lichts, der nicht von einem Objekt absorbiert wird, ist verantwortlich für unsere Wahrnehmung von Farbe.

Lichtbrechung

Änderung der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts in einem Medium. Je höher die Lichtbrechung in einem Edelstein, desto stärker „funkelt“ er. Die höchste Lichtbrechung weist der Diamant auf, gefolgt vom Zirkon.

Lot

Mehrere Edelsteine zusammengefasst zu einem (Verkaufs-)Paket.

M

Marquiseschliff

Schiffchenförmiger Schliff, für Investmentzwecke unbedingt zu meiden! Wird bei einem Wiederverkauf niedrig bewertet!

Melee

Üblicherweise verwendet für Diamanten kleiner Größe, zumeist noch nicht gefasst, bis zu einem Stückgewicht von 0,1 ct.

Mineral

Eine natürlich vorkommende anorganische Substanz, deren Härte von 1 bis 10 entsprechend der Moshs Skala reichen kann.

Mogok

Der Fundort für Rubine und Saphire schlechthin. In Burma gelegen, die Minen werden seit etwa dem Jahr 1300 ausgebeutet (so lange gibt es Aufzeichnungen). Im Handel werden Steine aus Mogok oft als „old mine“ bezeichnet und dann auch höher gehandelt. Der Nachweis, dass ein Stein genau aus Mogok stammt und nicht aus einer anderen Mine in Burma, ist schwierig zu führen.

Mohs

Im Jahr 1812 erfand der deutsche Geologe Friedrich Mohs eine Härteskala, die nach ihm benannt wurde und heute weltweit im Einsatz ist. Diese Härteskala beschreibt, welcher Widerstand einem eindringenden Gegenstand entgegengesetzt wird und gibt damit Aussage darüber, welches Material ein anderes ritzen kann. Sie beginnt bei 1 (Talk) und geht bis 10 (Diamant). Für den Edelsteinhandel wichtig sind die Stufen 7 bis 10 (7 zum Beispiel Quarz, Turmalin und Tansanit, 8 zum Beispiel Topas und die gesamte Beryll-Gruppe, 9 Korund mit Rubin und Saphir und 10 der Diamant). Diese Skala ist nicht linear: so hat der Diamant mit Härte 10 die 120-fache Härte im Vergleich zum nächstfolgenden Mineral, dem Korund.

Mong Hsu

Zweiter Fundort für Rubin in Burma neueren Datums; die Steine sind oft eisenhaltiger und damit bräunlicher als jene aus Mogok; auch sehr viele rissige Steine kommen vor. Daher werden diese Steine sehr oft gebrannt und/oder rissgefüllt.

Muzo

Smaragd-Mine in Kolumbien, aus der ein großer Teil der besten Smaragde der Welt stammt. Manchmal werden diese Smaragde aus Muzo mit „old-mine“ bezeichnet.

O

Organisch

Ein Edelstein, der sich aus organischem Material gebildet hat oder einmal Teil eines Lebewesens war. Beispiele sind Bernstein, Perle oder Koralle.

Orientperle

Echte, naturgewachsene Perle, nicht gezüchtet.

Ovalschliff

Der am häufigsten verwendete Schliff für Rubine und Saphire; bei diesen Edelsteinen erwartet man fast, dass diese Schliffform zur Anwendung kommt, daher auch hoch bewertet. Beim Diamanten ist ein Stein im Ovalschliff um 20-35% billiger als ein gleichschwerer Stein im Brillantschliff.

P

Padparadscha

Oranger Saphir mit Pinktönung; der weitgehend einzige Stein, bei welchem geringe Farbsättigung erwünscht ist.

Partie

Allgemeine Bezeichnung für eine Menge Edelsteine, roh oder geschliffen.

Pavee

In der Schmuckindustrie verwendet, um zu beschreiben, dass ein Schmuckstück mit einer großen Menge an kleinen Edelsteinen (häufig: Diamant, seltener Rubin oder Saphir) besetzt ist.

Pavillion

Der Teil des Schliffs eines facetierten Edelsteins unter der Rondiste.

Pleochroismus

Optischer Effekt, der beschreibt, dass ein Stein aus verschiedenen Richtungen betrachtet, verschiedene Farben aufweist.

Primäres Vorkommen

Vorkommen von Edelsteinen im Boden, dort wo sie ursprünglich entstanden; zumeist in Gestein.

R

Rapaport

Martin Rapaport hat es geschafft, dass ihm eine große Reihe von Diamantengroßhändlern die wöchentlichen Großhandelsverkaufspreise von Diamanten melden. Auf Basis dieser Meldungen wird die Rapaport-Liste erstellt, die sich weltweit als Standard für Händler von Diamanten zur Preisangabe etabliert hat.

Reinheit

Das relative Fehlen oder das Vorhandensein von Einschlüssen in einem Edelstein.

Rondiste

Die umlaufende Kante im Schliff eines Edelsteins, die den Oberteil vom Unterteil des Steins trennt. In die Rondiste eines Diamanten wird die Nummer des jeweiligen Zertifikats mittels Laser eingebracht.

Rosendiamant

Neben dem Tafelschliff eine der ältesten Schliffformen. Über einem flachen Unterteil werden dreieckige oder rautenförmige Facetten geschliffen. Die sehr flache Ausführung heißt „Antwerpener Rose“, die hohe „Holländer Rose“.

Royalblue

Heute höchste von den Zertifizierungsstellen feststellbare Farbe, ein tiefes, sattes Blau, das trotz der Farbtiefe noch immer funkelt.

Rubin

Roter Korund, Al2O3, Härte 9; gefärbt durch Chrom, teuerste Farbe: „taubenblutrot“.  Finanziell am höchsten bewerteter Herkunftsort: Burma (berühmtester Fundort: Mogok), gefolgt von Mozambique und Vietnam, Thailand, Rest-Ostafrika und Sri Lanka. Zum Investment geeignet sind naturfarbene, unbehandelte Steine ab 1 ct. Gewicht, besser ab 2 ct. Große Steine in sehr guter Qualität sind überaus selten und sehr teuer, steigen allerdings auch am stärksten im Wert.

Häufigste Behandlungen: Hitze, um Farbe und Reinheit zu verbessern, unter Druck Eindrücken von Bleiglas oder Glas um Risse zu füllen und die Reinheit zu erhöhen, Diffusion: Färben des Steines. Synthetisch hergestellte Steine sind häufig, vor allem in asiatischen Urlaubsorten.

Rutil

Hier handelt es sich um ein Mineral, das hauptsächlich aus Titanoxid TiO2 besteht. Rutil kommt sehr häufig in Rubinen und Saphiren vor, bildet dort Kristalle im Stein, die auch oft mit freiem Auge zu sehen sind. Ist Rutil sehr fein verteilt, spricht man von der sogenannten „Seide“. Im Handel sagt man dann auch, der Saphir habe einen „verträumten Blick“. Rutil wird geschätzt, weil das Bestehen dieser Kristalle bedeutet, dass der Stein nicht hitzebandelt wurde und damit Naturfarben ist. Würde der Stein hitzebehandelt, schmelzen Rutilkristalle aus und werden damit zerstört. Damit ist im Mikroskop erkennbar, dass der Stein behandelt wurde.

S

Sammlerstein

Meist seltener, kommerziell kaum verwendeter Edelstein, der von Interessierten gesammelt wird.

Saphir

Korund mit jeder Farbe außer rot (diese wird „Rubin“ genannt), Al2O3, Härte 9; gefärbt durch Eisen, Titan und andere, teuerste Farbe: „royal blue“. Finanziell am höchsten bewerteter Herkunftsort: Kaschmir (Indien), danach Burma (berühmtester Fundort: Mogok), gefolgt von Sri Lanka und Madagaskar. Zum Investment geeignet sind naturfarbene, unbehandelte Steine ab 1 ct. Gewicht, besser ab 2 ct. Es werden weit größere Steine als beim Rubin gefunden, große Steine in sehr guter Qualität sind selten und teuer, steigen allerdings auch am stärksten im Wert.

Häufigste Behandlungen: Hitze, um Farbe und Reinheit zu verbessern, unter Druck Eindrücken von Bleiglas oder Glas, um Risse zu füllen und die Reinheit zu erhöhen, Diffusion: Färben des Steines. Synthetisch hergestellte Steine sind häufig, vor allem in asiatischen Urlaubsorten.

Schliff

Die Anordnung von Facetten auf und an einem Edelstein, aber auch seine Symmetrie und Proportionen.

Schliffarten

Facetten- oder Glattschliff.

Schliffformen

Rund, oval, antik, Rechteck, Quadrat, etc.

Schmuck

Investmentsteine können gerne zu Schmuck verarbeitet werden, der Goldschmied sollte aber wissen, was er tut, um zum Beispiel das Absplittern von Facetten zu vermeiden. In dieser Hinsicht von Angeboten von Goldschmieden, die zu Dumping-Preisen arbeiten, Abstand nehmen! Fragen Sie, wie viele ähnliche Steine der Goldschmied schon gefasst hat und ob er sich mit dem Fassen ihres Steines komfortabel fühlt. Nicht getragener Schmuck mit hochwertigen Edelsteinen sollte geschützt aufbewahrt werden, zum Beispiel jedes Stück einzeln in einem Samtbeutel.

Seide

Bezeichnung für einen selten auftretenden Effekt in blauen Saphiren aus dem Kaschmir-Gebiet und aus Burma. Es handelt sich dabei um ganz feine eingelagerte Rutilnadeln, die zu einem im Stein leicht hin und her wogenden Effekte in Silber führen. Ein Ausdruck für dieses Wogen ist, dass der Stein „einen schläfrigen Blick“ habe. Seide ist werterhöhend.

Seife

Örtliche Anreicherung von Edelsteinen in sekundären Lagerstätten.

Sekundäre Lagerstätte

Fundort von Edelsteinen; ein Ort, an dem die Steine nicht entstanden sind, sondern wohin sie durch zum Beispiel Wasser oder Wind transportiert wurden.

Smaragd

Ist die grüne Varietät des Berylls. Härte: 7,5 bis 8, wichtigster Fundort Kolumbien, gefolgt von Sambia, Brasilien und Russland.

Smaragd weist von Natur aus zumeist Risse auf, diese werden seit dem Altertum gefüllt, zuerst mit Zedernöl, heute mit Kunstharz. Der Grad dieser Füllung wird im Zertifikat vermerkt. Weil der Stein üblicherweise Risse hat, soll er möglichst nicht erhitzt werden und soll auch nicht in ein Ultraschall-Reinigungs-Gerät gelegt und damit gereinigt werden.

Bei alten Steinen (antiker Schmuck) kann das Öl aus dem Stein verschwunden sein, wenn man den Stein in Öl legt, gewinnt er einiges von seiner alten Ausstrahlung zurück.

Smaragdschliff

Eckiger, langgezogener Schliff, der als Idealschliff für Smaragd gesehen wird, daher sein Name. Im Handel auch gerne gesehen bei Aquamarin oder Tansanit. Kommt nahezu niemals bei Rubin vor.

Solitär

Ein einzelner, größerer Edelstein, in Schmuck gefasst. Im Gegensatz zum Pavee, wo viele kleine Edelsteine zusammen verarbeitet werden. Zumeist verwendet für Diamant-Solitäre.

Spaltbarkeit

Eigenschaft einiger Edelsteine, entlang ihrer Netzebenen teilbar zu sein. Sehr wichtig unter anderem beim Diamanten, weil dieser eine perfekte Spaltbarkeit aufweist; wird diese nicht beachtet, kann auch der Diamant bei einem Schlag geteilt werden.

Spinell

Edelstein der Härte 8, kann alle Farben annehmen; der rote Spinell wurde lange Zeit mit Rubin verwechselt, da er oft mit diesem in gemeinsamen Lagerstätten vorkommt. Ist heute gemmologisch einfach vom Rubin zu unterscheiden, da Spinell einfachlichtbrechend ist, während Korund und damit Rubin doppellichtbrechend ist.

Synthese oder synthetisch

Ein Material mit identischen physikalischen und chemischen Eigenschaften wie ein natürlicher Edelstein, jedoch von Menschen hergestellt.

T

Tansanit

Farbstein, der zur Gruppe des Zoisits gehört, Härte rund 7, zumeist blau, auch grau und gelblich. Wie sein Name sagt, kommt er aus Tansania. Weltweit sind keine anderen Vorkommen in Edelsteinqualität bekannt.

Der Stein erfuhr in Folge des Films „Titanic“ ein Hoch, da die im Film über Bord geworfene Kette einen großen Tansanit enthielt. Kurzfristig verdoppelten sich die Preise, sind dann aber wieder auf das vorhergehende Niveau zurückgegangen. Rund 80-90% der im Umlauf befindlichen Steine sind hitzebehandelt, was aber weitgehend akzeptiert wird, da sonst fast kein Material am Markt wäre.

Taubenblut (auch „pigeonblood“ genannt)

Jene Farbe, die man sich beim Rubin wünscht und die am höchsten bewertet wird. Die Farbe soll angeblich dem Blut einer frisch geschlachteten Taube entsprechen. Wird bei Vorliegen auch in Zertifikaten bestätigt und erhöht den Wert eines solchen Steines dramatisch.

In letzter Zeit bezeichnet der Begriff nicht nur eine Farbe, sondern optimale Farbe, sehr guter Schliff, wenige bis keine Einschlüsse und das Faktum, dass der Stein nicht behandelt wurde. Wird von den unterschiedlichen Labors unterschiedlich verwendet.

Investmenttipp: es gibt Zertifizierungsinstitute, die klein im Zertifikat angeben: „Farbe erinnert an Taubenblut“ – dies ist KEINE Bestätigung der begehrten „Taubenblut“-Farbe.

Transparenz

Jene Menge Licht, die durch einen Edelstein dringt. Abfolge in den Bezeichnungen: transparent, transluzent bis opaque.

Tropfenschliff (auch „Birnenschliff“ genannt)

Birnenförmiger Schliff, für Investmentzwecke unbedingt zu meiden! Wird bei einem Wiederverkauf niedrig bewertet! Einzige Ausnahme: wenn er bei sehr großen Smaragden zur Anwendung kommt.

Tsavorit oder Tsavolith

Smaragdgrüner Granat der Gruppe Grossular.

U

Unterschiebung

Versuch, minderwertige Steine oder Synthesen als natürliche, hochwertige Edelsteine auszugeben.

V

Varietät

Eine Unterteilung eines Minerals, welche wichtige Charakteristika mit derselben Spezies gemeinsam hat, aber genügend chemische Abweichung aufweist, um verschieden davon zu sein. Beispiel: Rubin und Saphir sind zwei Varietäten des Korunds.

Verneuil-Verfahren

Verfahren zur Herstellung synthetischer Edelsteine; das Ausgangs-Pulver wird in einer Knallgasflamme aufgeschmolzen, tropft auf einen sich drehenden Keim-Kristall, der zu einer Schmelzbirne wächst.

Y

YAG

Yttrium-Aluminium-Granat, künstliches Produkt, Härtegrad 8 bis 8,5, das als Unterschiebung für Diamant verwendet wird.

Z

Zedernholzöl

Natürliches Öl, das zum Auffüllen von Rissen in Smaragden verwendet wird.

Zertifikat

Das Zertifikat zum Edelstein hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, vor allem bei einem möglichen Wiederverkauf. Verlangen sie für Investmentzwecke ein internationales Zertifikat, egal ob ein größerer Edelstein lose oder gefasst gekauft wird. Die Bestätigung des Juweliers, bei dem sie kaufen, hat international kaum Bedeutung, Zertifikate von internationalen Stellen sehr wohl.

Verstehen Sie aber auch ihren Händler, wenn er auf den Wert des Steins hinweist: Zertifikatskosten beginnen bei rund 30 Euro für einen Stein (zum Beispiel: Gemmological Institute of India – GII) und gehen bis zu 1.000 Euro pro Stein bei Gübelin oder SSEF. Kaum jemand wird zu einem Saphir, der zum Beispiel 1.200 Euro kostet, ein Gübelin-Zertifikat um 350 Euro kostenfrei anbieten.

Höchst anerkannt bei Diamanten: GIA und HRD, weiter anerkannt: IGI, Gübelin, Deutsche Gemmologische Gesellschaft (DGemG), Schweizer Gemmologische Gesellschaft (SSEF).

Höchst anerkannt bei Farbsteinen: Gübelin, Schweizer Gemmologische Gesellschaft (SSEF), Gemological Institute of America (GIA), weiter anerkannt: GRS, Deutsche Gemmologische Gesellschaft (DGemG), International Gemological Institute (IGI).

Ziehverfahren

Methode zur Herstellung synthetischer Steine; der synthetische Kristall wird durch Drehen direkt aus der Schmelze gezogen.

Zirkonia, auch KSZ

Synthetisches Material, Härtegrad 8,5, das als Unterschiebung für Diamant verwendet wird, nicht zu verwechseln mit dem natürlichen Edelstein Zirkonia.

Zonierung

Eine scharf abgegrenzte Änderung der Farbe eines Edelsteins innerhalb eines Kristalls oder geschliffenen Steins.